Pfarrei Geratskirchen
Aus der Geschichte der Pfarrei Geratskirchen
Von der Filialkirche zur selbständigen Pfarrei
Zu Beginn dieses geschichtlichen Rückblicks ein kurzer Exkurs in die Heimatgeschichte der Gemeinde Geratskirchen:
Im frühen Mittelalter wurde diese Gegend, die der Tiefenbach durchfließt, „Dupstadum“, d.h. „zu den tiefen Gestaden“ genannt.
Laut Kirchenverzeichnis des Salzburger Erzbischofs Arno Stauden standen im Jahre 780 im Tiefenbachtal drei Kirchen, und zwar in Obertiefstätt (Hirschhorn), in Mitterenkirchen und in Untertiefstätt, das heutige Geratskirchen.
Das Gotteshaus in Geratskirchen dürfte etwa im 11. Jahrhundert durch eine sog. „Eigenkirche“ abgelöst worden sein, welche ein Freier Gerhart erbauen ließ. Der Kirchenort wurde nun nach dem Gründer der Kirche „Gerhartskirchen“ benannt.
Die dritte Kirche, das heutige Gotteshaus, errichtete die Kirchengemeinde Geratskirchen um 1472. Die spätgotische Kirche wurde dem Hl. Martin geweiht.
Im Jahre 1880 wurde sie nach Westen verlängert, sodass das Langhaus dann 4 Joche umfasste. Die Kirche wurde im gotischen Stil eingerichtet.
Bis zum Jahr 1794 gehörte Geratskirchen als Filialkirche zur Säkularpfarrei Unterdietfurt, wurde dann eine Expositur mit pfarrlichen Rechten und ab 09. Januar 1896 eine selbständige Pfarrei, welche die Neben- bzw. Wallfahrtskirchen Niederaich und Zwecksberg angehören.
Der Ernennung zur selbständigen Pfarrei ging im August 1891 ein Gesuch vom Expositus Joseph Mehlsteibl und Kirchenpfleger Sebastian Weiß, Grunden an die Regierung von Niederbayern voraus. Genehmigt wurde diese Anfrage im Oktober 1895 und ab 09. Oktober 1896 wurde sie rechtskräftig.
Es ist sowohl diesen beiden Initiatoren, als auch dem Engagement des Volkes zu verdanken, dass dieses jahrelange Streben schließlich verwirklicht wurde!
Das Amt der Seelsorge in der Pfarrei „Geratskirchen“ übernahm der bisherige Expositus und spätere Pfarrer Joseph Mehlsteibl.